„Wie behandelt die Landespolitik seine sprachlichen Minderheiten“

BREITE ZUSTIMMUNG ZU „ WINDISCH „

Über Einladung des Vereins der Kärntner Windischen fand am 3. Dez 2015 eine gut besuchte Veranstaltung zum aktuellen Thema:

„Wie behandelt die Landespolitik seine sprachlichen Minderheiten“ ,

in den Räumen des Kärntner Landesarchives statt.

Als Referenten waren eingeladen Herr Dr. Josef LAUSEGGER

(Landesbeamter i. R. ; Minderheitensachbearbeiter in den 70er Jahren), der die beabsichtigte Änderung der Landesverfassung sehr ausführlich kommentierte und Dr. Marjan STURM, Obmann des Zentralverbandes slowenischer Organisationen und Volksgruppenvertreter, der die Dinge aus seiner Sicht beleuchtete.

Die anschließende Diskussion, die von Direktor Dr. Wilhelm WADL sehr umsichtig geleitet wurde, fand in einer sehr sachlichen und fairen Weise statt. Durch die vielen Diskussionsbeiträge kam zum Ausdruck, dass es eine sehr große Zustimmung zum Windischen und zu der Arbeit des Vereins der Kärnten Windischen gibt. Auch durch die anwesenden Slowenen wie Dr. Sturm, Dr. Vospernik, und Mag. Wladimir SMRTNIK, ehemaliger Obmann der Enotna lista Kärnten (EL).

Interessante Beiträge waren z. B. die von Dr. Alfred OGRIS gestellte Frage an Herrn Dr. Sturm; warum man bei den Ortstafeln teilweise künstliche Namen schaffte und nicht die seit Jahrhunderten gebräuchlichen Ortsnamen verwendete. Oder ein Beitrag von Herrn Dir. FLASCHBERGER, der aus dem windischen Gebiet Egg-Dellach bei Hermagor kommt, der die Lage wie sie in den Jahren nach dem Krieg im gemischtsprachigen Gebiet war, vortrefflich geschildert hat.

Auch Prof. Dr. POHL sagte, dass windisch und slowenisch seinen Ursprung im Slawischen hat.Der Obmann des Vereins betonte, dass Musik-und Literaturschaffende, wie Franz MÖRTL, der die alten mündlich überlieferten windischen Lieder sammelt und aufschreibt; sowie auch Frau Maria BARTOLOTH aus Göriach im Gailtal, die ihre Gedichte und Erzählungen im originalen windischen Dialekt ihrer näheren Umgebung niederschreibt.

Zum Abschluss forderte Obmann OMAN Oswald von den Zuhörern ein nicht nur mit Worten, sondern auch mit Taten das gemeinsame Kärnten zu gestalten.